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Jeanne Louise Farrenc geb. Dumont lebte und arbeitete als Klavierlehrerin, Pianistin, Komponistin und Musikgelehrte in Paris, wo sie am 31. Mai 1804 geboren worden war. Nachdem sie, aus einer Künstlerfamilie stammend, bei der Clementi-Schülerin Cécile Soria Klavierunterricht erhalten und bei Anton Reicha Musiktheorie, Komposition und Instrumentation studiert hatte, lehrte sie ab 1842 als Instrumentalprofessorin am Pariser Konservatorium Klavier. Hier hatte sie sich gegen verschiedene Widerstände durchzusetzen. So berichtete die Pariser Presse zunächst fälschlicherweise von ihrer Einstellung als Hilfslehrkraft statt als voll titulierte Professorin. Die gleiche Bezahlung wie ihr Kollege Henri Herz, der zusammen mit ihr für die Unterrichtung der Studentinnen eingestellt worden war, erhielt sie erst auf ihre wiederholte Beschwerde hin nach acht Jahren. Schon während ihrer Ausbildung komponierte sie zahlreiche Klavierstücke. Ihr "Air russe varié" op. 17 wurde 1836 von Robert Schumann in der Neuen Zeitschrift für Musik anerkennend rezensiert. Mit dem wachsenden Erfolg ihrer Kompositionen, darunter auch drei Sinfonien und zahlreiche Kammermusikwerke, etablierte sich ihre Position am Konservatorium und in der Pariser Öffentlichkeit. Zu ihren großen Erfolgen gehörten die Uraufführung der 3. Sinfonie op. 36 durch die renommierte Société des concerts du Conservatoire im Jahr 1849 und die Uraufführung des Nonetts op. 38 unter Mitwirkung des damals 19-jährigen "Wunder"-Geigers Joseph Joachim im Jahre 1850. Zweimal, 1861 und 1869, wurde Louise Farrenc durch die Académie des Beaux-Arts für ihr kammermusikalisches OEuvre mit dem Prix Chartier ausgezeichnet. Ab 1861 veröffentlichte Louise Farrenc (zunächst zusammen mit ihrem Mann Aristide Farrenc, der 1865 starb) den "Trésor des Pianistes", eine 23 Bände umfassende Anthologie von Klaviermusik des 16. bis 19. Jahrhunderts, die richtungsweisend wurde für die Wiederbelebung und Aufführungspraxis Alter Musik. Louise Farrenc unterrichtete noch bis 1872 am Konservatorium und starb am 15. September 1875 in Paris. |
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Henri-Louis Blanchard über das 2. Klavierquintett op. 31: "Dieses Quintett in E-Dur fällt auf durch seine Machart, die Klarheit der Themen, die Einheit der Konzeption, die saubere Imitationstechnik, durch seinen guten Geschmack, den eleganten Stil, vor allem aber durch die zahlreichen melodischen Einfälle, die sämtlich von köstlicher Frische sind." François-Joseph Fétis über die 1. Symphonie op. 32: "Der erste Satz der Sinfonie in c-Moll ... ist voll Wärme und Bewegung; im zweiten Teil hat Mme. Farrenc das Hauptthema mit großem Reichtum an Harmonien und Modulationen und mit einem seltenen Geschick für wirkungsvolle Instrumentierung verarbeitet. Das Adagio ... enthält schöne Kantilenen und fällt durch vielfältige Klangkombinationen auf. Der Stil ist voller Weite und erhabenen Gefühls ... Menuett und Trio halte ich für vollendete Sätze aufgrund der Themengestaltung, der Anmut der Entwicklungen und glücklicher Details ... Der letzte Satz, oder Finale, ist von warmem und leidenschaftlichem Charakter ..." Thérèse Wartel über das Nonett op. 38: "Der erste Satz, von vollendeter Klarheit und Durchsichtigkeit, enthält einen sehr bemerkenswerten zweiten Teil, in dem die Details und die thematische Arbeit meisterhaft gestaltet sind. Das Andante mit Variationen gefällt uns sehr; der Gang der Melodie ist rein und einfach, die Instrumente werden in vollkommener Weise zur Geltung gebracht. Das Scherzo ist ... glücklich in der Idee und malerisch in der Wirkung. Das Finale schließlich ... krönt würdig dieses wichtige Werk." |
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